· 

Reagieren versus Agieren

Reagieren, Agieren, Organisationsentwicklung

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Leitung, vor allem von KMUs, häufig im operativen Tagesgeschäft mitarbeitet. Die Folge davon: Es werden oft nur die dringendsten Entscheidungen getroffen. Darüber hinaus fehlen für die Entscheidungsfindung teilweise wichtige Informationen sowie die dafür notwendige Zeit. Zentrale Aspekte, wie die Sicherung der Zukunft oder die Erhöhung der Effizienz von Abläufen bleiben dabei auf der Strecke. Im Vordergrund der verantwortlichen Personen steht daher mehr das Reagieren anstatt das Agieren.

 

Welchen Ausweg gibt es aus diesem Dilemma?

 

Das Allerwichtigste ist zunächst das Erkennen dieses Dilemmas. Wie gelangt man zu dieser Erkenntnis? Eine Möglichkeit besteht darin, sich aus dem Arbeitsbereich für einige Stunden zurückzuziehen. Der gewohnte Arbeits- und Denkrhythmus sollte unterbrochen werden. Damit dies gelingen kann, empfiehlt sich beispielsweise ein Spaziergang, das Hören von Musik oder jegliche Art von Bewegung. Wichtig dabei ist, vom Arbeitsalltag abschalten zu können. Wenn Ihnen das gelungen ist, nehmen Sie Papier und Stift zur Hand und beschäftigen sich mit folgenden Fragen:

  • Was ist unser Zweck, unsere Aufgabe? Was ist dabei meine Aufgabe?
  • Wo wollen (sollen) wir hin? Was will (soll) ich?
  • Wie sehe ich die aktuelle Situation? Wie sehe ich mich in meiner Funktion?

 

Bei diesen Fragestellungen ist es wesentlich, sich genügend Zeit zu lassen. Zunächst werden höchstwahrscheinlich Tagesthemen, die Sie momentan beschäftigen, auftauchen. Sie müssen geduldig bleiben und warten, bis Sie Antworten bzw. Teilantworten auf diese grundsätzlichen Fragen finden. Machen Sie sich im Anschluss Notizen davon.

 

Wenn Ihnen zu den Fragen nichts mehr einfällt, deponieren Sie ihre Notizen an einer prominenten Stelle (Nachttisch, Schreibtisch…) und „schlafen“ Sie darüber. Werfen Sie immer wieder einen Blick auf Ihre Notizen, ergänzen  oder korrigieren Sie die Notizen. Wenn Sie merken, dass Ihnen Ihre Notizen „keine Ruhe“ mehr lassen, werden Sie aktiv.

 

Wenn Sie nicht Alleinverantwortlich für die Geschäftsführung sind, laden Sie Ihre Kollegen ein Ihrem Vorhaben zu folgen. Vereinbaren Sie ein gemeinsames Treffen (wieder außerhalb des gewohnten Arbeitsumfeldes), um sich in Ruhe austauschen zu können. Nehmen Sie sich genügend Zeit dafür. Zum einen oder anderen Thema können sich eventuell neue Erkenntnisse ergeben. Wichtig ist, dass bei wesentlichen Antworten/Themen ein Konsens gefunden wird.

 

Formulieren Sie in wenigen Sätzen das „Was“ und „Warum“ notwendiger Veränderungen. Wenn diese Sätze für Sie stimmig sind, haben Sie die Basis geschaffen, damit Agieren (strategisches Arbeiten) möglich wird. Natürlich geht es jetzt um die Umsetzung, aber das bewusste „Erkennen“ der Verantwortlichen ist die Voraussetzung für eine nachhaltig gelingende Umsetzung. Machen (probieren) sie es…!

 

Über seine Arbeit nachzudenken ist genauso wichtig, wie zu arbeiten!


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Michael Ivants (Montag, 06 November 2017 07:29)

    hallo

  • #2

    David Landau (Freitag, 02 Februar 2018 09:31)

    Das regelmäßige Rausnehmen aus dem Tagesgeschäft bzw. reservieren von Zeitfenstern, in die das Tagesgeschäft nicht rein darf, finde ich eine sehr gute Anregung. Wie sonst kommen Führungskräfte zu den berühmten wichtigen, aber nicht dringenden Aufgaben (wie zum Beispiel die von Euch erwähnte Zukunftssicherung und Effizienzsteigerung der Abläufe - und meiner Erfahrung nach auch viele Aufgaben im Bereich Mitarbeiterführung, die leicht dem laufenden Geschäft zum Opfer fallen).
    Herzliche Grüße!