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Elemente der strategischen Unternehmensführung

Strategie , Unternehmensführung, Zukunftsfähigkeit, Vision, Mission, Ziele, Leitbild

Die Mission

Die Mission ist eine idealistische Darstellung des Unternehmenszweckes. Sie macht die Gründe für die Existenz der Organisation jenseits des reinen Profitstrebens deutlich (vgl. Collins). Sie ist äußerst langfristig ausgerichtet. Collins geht sogar soweit zu sagen, dass die Mission 100 Jahre tragen sollte (vgl. Collins). Die Mission ist der Leitstern des Unternehmens, bildhaft gesprochen ähnelt sie jenem Stern, dem die heiligen drei Könige nach Betlehem folgten. Die Mission ist entwicklungsorientiert, das heißt, sie beschreibt einen idealen Zweck auf den sich das Unternehmen kontinuierlich, aber voraussichtlich über einen sehr langen Zeitraum zubewegt. Collins: „Eine Organisation kann nie damit aufhören Wandel und Weiterentwicklung anzustoßen, um ihrer Mission beständig näher zu kommen“

Die Mission beantwortet daher die Frage: Wofür sind wir hier? 

 

 

Die Vision

Die Vision zeigt konkrete Bilder einer gewünschten Zukunft. Angesichts der Vielzahl der verschiedenen Zukunftswege, geht es um die Festlegung einer bestimmten Zukunft, die als wünschenswert und machbar angesehen wird. Die Leitfrage für die Vision ist: Wo und wie wollen wir in X Jahren als Unternehmen sein? Es geht also um die künftige Positionierung und Gestalt des Unternehmens sowie die Qualität der Produkte/Dienstleistungen, Kundinnen Beziehungen und des Betriebsklimas. Eine Vision muss positiv und herausfordernd sein und gleichzeitig jedoch plausibel in dem Sinne, dass zu erwartende zukünftige Entwicklungen einbezogen werden. Nur so ist gewährleistet, dass die MitarbeiterInnen die Vision akzeptieren und ihr folgen werden. Meist empfiehlt sich für die Vision ein Zeithorizont von fünf Jahren.

Gemeinsam getragene Visionen stellen sicher, dass man auch eine gemeinsame Vorstellung davon hat, was für die Zukunft und in der Zukunft wichtig ist. Klare, nachvollziehbare Visionen können eine starke Zugkraft entwickeln. „Eine gemeinsame Vision ist eine Kraft im Herzen der Menschen“ (vgl. Senge). Visionen helfen auch, die Kraft zu mobilisieren, um „über den Tellerrand zu schauen“ und sich gezielt auf die Zukunft vorzubereiten. Durch Visionen entwickeln sich Unternehmen weiter, indem sie helfen, über das Gewohnte hinaus zu denken und in der Folge darüber hinaus zu gehen. Visionen sind nicht nur ein Instrument der strategischen Unternehmensführung, sondern auch der Unternehmensentwicklung. 

„Es soll geschehen, wie Du geglaubt hast.“ (Matthäus-Evangelium; 8,13)

 

Das Leitbild

Das Leitbild wird auch oft als Unternehmensphilosophie bezeichnet. Es beschreibt, wofür das Unternehmen steht und in welcher Art und Weise der Unternehmenszweck erfüllt und die Vision erreicht werden soll. In diesem Sinne sind die übergeordneten Fragen für das Leitbild: „Wer sind wir?“ und „Wie agieren wir, um unseren Zweck zu erfüllen und unsere Vision zu erreichen?“

Ein vollständiges Leitbild enthält die folgenden Themenbereiche/Fragestellungen:

 

Einleitung/Intention

Warum dieses Leitbild?

Mission/Unternehmenszweck

Was ist unsere Mission und wie wollen wir sie erfüllen?

Vision

Wo wollen wir hin und wie wollen wir das erreichen?

Anspruchsgruppen

Wer sind unsere Anspruchsgruppen? Welche Erwartungen haben sie an uns?

Verhaltensgrundsätze

Wie arbeiten wir (fachlich, organisatorisch, Vernetzung, Qualitätsstandards)?

Wie wollen wir miteinander und mit den Personen aus unseren verschiedenen Anspruchsgruppen umgehen (KundInnen, Lieferanten, KooperationspartnerInnen, Gemeinschaft, Behörden,…)?

Prioritäten/Werte

Was ist uns bei unserem Wirken besonders wichtig?

 

Das Leitbild ist einerseits eine hilfreiche Methode, um die Vision in Richtung Strategie zu konkretisieren, andererseits ist es ein Kommunikationsinstrument, mit dem MitarbeiterInnen und KundInnen vermittelt wird, wofür das Unternehmen steht und in Zukunft stehen möchte. Es dient also auch dem internen und externen Marketing.  

 

Die Strategie

Unter Strategie im wirtschaftlichen Kontext werden die meist langfristig geplanten Verhaltensweisen der Unternehmen zur Erreichung ihrer Ziele verstanden. Im Kontext der von uns beschriebenen strategischen Unternehmensführung sind die zu erreichenden „Ziele“ die nachhaltige Erfüllung des Unternehmenszweckes und das Ins-Leben-Bringen der Vision.

Das mag auf den ersten Blick verwirren, weil wir die Ziele hier doch als das Instrument darstellen, mit dem die Strategie herunter gebrochen wird, die also der Visionsarbeit nachgelagert sind. Das liegt daran, dass der Begriff Ziele vielfältig gebraucht wird. In einem sehr allgemeinen Sinn kann das Erreichen der Unternehmensvision auch als Unternehmensziel bezeichnet werden. Wir empfehlen Ihnen allerdings, sich im Zuge der Strategischen Unternehmensführung rigoros an die hier beschrieben Definitionen zu halten. Nicht weil wir dogmatisch behaupten wollen, es gebe keine anderen gültigen Begriffsdefinitionen für Vision, Strategie oder Ziele, sondern weil wir der festen Überzeugung sind, dass Ihnen die Strategische Arbeit deutlich leichter fallen wird, wenn Sie sich für einen klar abgegrenzten Einsatz der einzelnen Elemente entscheiden. In diesem Sinne sollten Sie auch Vision und Ziele als zwei ganz unterschiedliche Kategorien behandeln.

Etwas schwieriger wird es, diesem Appell auch in Bezug auf die klare abgegrenzte Benutzung von „Strategie“ und „Zielen“ gerecht zu werden. Denn die Überschneidung zwischen Strategie und Zielen lässt sich nicht gänzlich vermeiden. Genau genommen besteht die Strategie aus Zielen: aus übergeordneten strategischen Zielen, die dann in operative Ziele herunter gebrochen werden können.

Wir wollen an dieser Stelle daher die Unterscheidung zwischen strategischen und operativen Zielen einführen. Strategische Ziele sind die Teilbereiche einer Strategie. Sie bilden also in Summe die Strategie. Die operativen Ziele sind jene Ziele, die zum Erreichen eines strategischen Zieles notwendig sind. Die beiden Kategorien sind also sehr eng miteinander verbunden. 

Die Strategie hilft Ihnen, Ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. (vgl. Peter F. Drucker)

 

Die Ziele

Ein Ziel beschreibt einen in der Zukunft liegenden angestrebten Zustand. Damit Ziele in der Unternehmens- und Mitarbeiterinnen Führung wirksam werden können, sollten sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Konkret und eindeutig formuliert
  • Beurteilbar: Die Zielerreichung muss entweder messbar (quantitative Ziele) oder beurteilbar sein (qualitative Ziele).
  • Realistisch: Ziele müssen realistisch erreichbar sein.
  • Terminisiert: Ziele müssen mit Terminvorgaben verbunden sein.
  • Personalisiert: Für jedes Ziel muss eine verantwortliche Person definiert werden.

Wichtiger als die „Befolgung“ der angeführten Kriterien sind der Zielfindungsprozess sowie das Commitment von den MitarbeiterInnen. Oft reichen auch eher allgemein formulierte Themen aus (Schwerpunktthemen statt Ziele), die  die „Richtung“ vorgeben um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen.

 

 

 


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